Mag.a Susanne Aberer

elektronische
Datenverarbeitung
und Informationstechnik

Barrierefreiheit

Neue gesetzliche Bestimmungen für Unternehmen

Ab 1. Jänner 2016 müssen Unternehmen barrierefrei sein. Dies bezieht sich nicht nur auf Gebäude, sondern auch verschiedene andere Bereiche wie den Zugang zu Internetauftritten und Online-Dokumenten (zum Beispiel PDF-Dateien).

Welche Vorteile hat das für Unternehmen?

Wer eine neue Website oder ein Redesign für seinen Internetauftritt plant, kann diese gleich barrierefrei und in responsivem Design gestalten. Die Kosten dafür sind kaum höher, wenn diese Technologien von Anfang an miteinbezogen werden.

Ein wesentlicher Vorteil ist, dass die Website ein modernes Aussehen hat, auf neuestem technologischen Stand und für alle Benutzerinnen und Benutzer zugänglich ist. Und sie passt sich allen Geräten wie Smartphones und Tablets etc. an.

Websites in dieser Qualität werden immer wieder gerne besucht und haben eine höhere Chance auf wirtschaftlichen Erfolg.

Bessere Suchergebnisse bei Google

Auch bei Google punkten Websites in responsiven Design: die weltweit wichtigste Suchmaschine hat seinen Such-Algorithmus zugunsten von Smartphones-optimierten Websites aktualisiert.

Das bedeutet, dass Internetaufritte, die nicht für Mobilgeräte optimiert sind, auf der Ergebnisliste von Google nach hinten gereiht werden.

Smartphone-optimierte Internetseiten (responsives Webdesign) werden bei der Google-Suche nach vor gereiht.

Barrierefreies Webdesign

Oft wird bei der Gestaltung von Websites nicht berücksichtigt, dass es viele Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen oder Behinderungen gibt. Es gibt bestimmte Techniken, die sogenannte "Barrieren" zwischen den Nutzerinnen und Nutzern und ihrem Zugang zum Internet aufbauen.

Einige Barrieren wie fehlende Farbkontraste, unstrukturierte Inhalte,  unverständliche Sprache, fehlende Beschreibung multimedialer Inhalte wie zum Beispiel Alternativtexte für Bilder seien kurz erwähnt.

Unterschiedliche Barrieren

Barrieren ergeben sich vor allem dann, wenn ein Mensch schlecht oder gar nicht sehen kann, er in seiner Bewegung eingeschränkt ist und deshalb die Maus nicht betätigen kann oder wenn er schlecht oder gar nicht hört. Weitere Barrieren sind zum Beispiel kognitive Beeinträchtigungen wie Konzentrationsschwäche.

Barrieren für Sehbehinderte

Vor allem Sehbehinderte und Blinde, die mit dem Computer ins Internet wollen, stehen vor großen Barrieren. Sie benutzen spezielle Hilfsprogramme, sogenannte Screenreader.

Die Übersetzung des Bildschirminhalts durch den Screenreader erfolgt entweder über eine Soundkarte oder in Blindenschrift über die Braille-Zeile. Das ist ein spezielles Ausgabegerät, das Teile des Bildschirminhaltes in Blindenschrift auf einem taktilen Display wiedergibt und meist mit einer Tastatur als Ein- und Ausgabegerät kombiniert wird.

Zugang zum Netz

Aber nicht nur Menschen mit Behinderungen wird der Zugang zum Netz erschwert, sondern jeder, der keinen Standard-Computer mit Standard-Eingabe- und Ausgabegeräten einsetzt, hat Schwierigkeiten das Internet nutzen zu können.

Barrierefreie Webseiten

Barrierefreies Webdesign sollte von allen Menschen unabhängig von körperlichen oder technischen Möglichkeiten uneingeschränkt genutzt werden können. Barrierefreie Websites können nicht nur mit verschiedenen Browsern und Betriebssystemen, sondern auch mit unterschiedlichen Geräten betrachtet werden, wie zum Beispiel mit dem Mobiltelefon oder mit dem Personal Digital Assistant (PDA).

Barrierefreiheit auf EU-Ebene

In vielen Ländern gibt es bereits rechtliche Bestimmungen, die Richtlinien für barrierefreie Websites vorschreiben. Österreich hat sich auf EU-Ebene verpflichtet, die WAI-Leitlinien umzusetzen.

WCAG

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) der Web Accessibility Initiative (WAI) legen fest, wie eine Website gestaltet sein muss, damit sie für alle zugänglich ist. Es werden bei den WAI-Empfehlungen drei Konformitätsstufen unterschieden: die Minimalerfüllung "A", die nächste Priorität "AA" und der höchstmögliche Standard "AAA".

Mehr zum Thema Barrierefreiheit gibt es zum Beispiel bei:

World Wide Web Consortium
http://www.w3.org/

W3C Web Accessibility Initiative
http://www.w3.org/WAI/

Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) 2.0
http://www.w3.org/TR/WCAG20

Zugänglichkeitsrichtlinien für Web-Inhalte 1.0
http://www.w3.org/TR/WCAG10

Gleich und gleich - Website des Bundessozialamts
http://www.bundessozialamt.gv.at/basb/­Behindertengleichstellung